Notpalast 01.02.2005 30.09.2005

Mehr als 1.000 obdachlose Flüchtlinge alleine in Wien - und viele Flüchtlinge warten jahrelang in Massenquartieren auf den Asylbescheid. Der Notpalast - ein mobiler, kostengünstiger Wohnshelter auf Rädern - eine Lösung?

Mediale Berichterstattung und parteipolitische Agitation haben das fremdenfeindliche Klima in Österreich kontinuierlich verschlechtert. In diesem Umfeld ist es ein leichtes, ein menschenrechtswidriges Asylgesetz zu beschließen, bzw. EU-Richtlinien zur Versorgung von Flüchtlingen nicht einzuhalten. Derzeit erfüllen 6 Bundesländer ihre Aufnahmequote nicht, daher sind weiterhin viele Flüchtlinge nicht versorgt und damit ohne Unterkunft, ohne Krankenversicherung und ohne finanzielle Unterstützung. Alleine das Flüchtlingsprojekt Ute Bock betreut derzeit mehr als 1.000 obdachlose Flüchtlinge in Wien.

Sind Flüchtlinge in die Bundesbetreuung aufgenommen worden, müssen sie oftmals jahrelang in Massenquartieren auf ihren Asylbescheid warten. Die Hausordnung verbietet oftmals den Besuch von FreundInnen oder PartnerInnen, selbst der Besitz eines Handys hat in Einzelfällen dazu geführt, dass Flüchtlinge die Grundversorgung verloren.

Die anlässlich SOHO in Ottakring 2005 in Wien gegründete Filiale Wien der "Agentur no_milk///no_honey" hat es sich zum Ziel gesetzt, die oben geschilderten Lebensumstände von Flüchtlingen in Österreich zu thematisieren.

Unter dem Label "Notpalast" wurde das Modell einer Notunterkunft entwickelt, das zumindest befristet die ärgsten Auswirkungen von Obdachlosigkeit mildern könnte. Mit Hilfe dieses Prototypen einer mobilen, kostengünstigen Notunterkunft auf Rädern wird versucht, Öffentlichkeit für die Lebenssituation von Flüchtlingen in Österreich zu gewinnen.


Im geschlossenen Zustand kann der Notpalast bequem von 1 Person geschoben werden


Durch unkomplizierte Ausklappmechanis-
men wird der Notpalast erweitert


Ein Vordach bietet Witterungsschutz und Ausblick


Eine Person kann bequem im Notpalast übernachten

Folgende Aktionsformen werden verwendet:

- "Probe_Wohnen": An prominenten öffentlichen Plätzen werden PassantInnen zum Testen des Notpalastes eingeladen und um ihr Feedback zum Prototypen ersucht. Das Setting mit Campingmöbel, Kaffe, Kuchen und Plastikpalmen ergibt ein ansprechendes Ambiente, um mit Laufpublikum zu kommunizieren.

- "Schau_Bauen": Ein Notpalast wird in einem Ausstellungsraum gebaut um damit Einblick in Aufbau, Konstruktion und notwendige Arbeitsmaterialien zu gewähren

- "Einweihungsfest": Anlässlich der Übergabe eines Notpalastes an seinen zukünftigen Benützer wird eine Party im Gemeindewald von Ottakring organisiert - mit Musik, Grillen, Bier, .....


Finishing des Notpalastes beim "Schau_Bauen" im OSEI


Auf dem Weg zum "Probe_Wohnen" mit der U-Bahn


"Probe_Wohnen" im Park vor dem Kunsthistorischen Museum Wien


Am Infostand im OSEI kann der Notpalast getestet werden

Infoflyer und Postkarten informieren über Obdachlosigkeit von Flüchtlingen und die Wohnsituation in Flüchtlingsheimen und Massenquartieren, ein Manual zum Selbstbau eines Notpalastes wird während des Festivals SOHO in Ottakring produziert. In weiterer Folge könnten Workshops angeboten werden, bei denen Interessierte unter fachkundiger Anleitung ihre eigenen Notpaläste bauen können.

Projektteam:
Andrea, Antonia, Barbara, Berit, Christoph, Clemens, Conny, Doris, Gerid, Hannes, Harald, Jetti, Jolanda,
Julia, Karina, Karin, Liza, Michael, Petra, Robert, Senol, Wilhelm

Wir danken unseren UnterstützerInnen:
SOHO in Ottakring 05
X-net, EDV-Consulting & Netzwerktechnologien
EZA Weltladen Wien
Wien Kultur

          




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