E55 /// Zur Situation am Straßenstrich 01.11.2004 28.02.2006

Nach ausführlichen Interviews mit Sexarbeiterinnen, die an der Europastrasse 55 nahe der österreichischen und deutschen Grenze arbeiten, wird ein Sprachkurs mit Selbstschutzphrasen für die Arbeit am Straßenstrich entwickelt. Der Sprachkurs erscheint als Broschüre und als CD und wird kostenlos an die Sexarbeiterinnen verteilt.

Hunderte zum Teil auch minderjährige SexarbeiterInnen arbeiten in Tschechien in Grenznähe zu Österreich und Deutschland entlang der Europastraße 55. Durch ihre Arbeit an der Straße sind sie in besonderem Ausmaße Gewaltübergriffen ihrer Kunden ausgesetzt, die großteils aus dem deutschsprachigen Raum anreisen. Diese Gewaltübergriffe werden einerseits durch das Machtgefälle Kunde-DienstleisterIn gefördert wie auch durch die Sprachbarriere, die es den SexarbeiterInnen oftmals nicht ermöglicht, sich verbal zu wehren und die eigenen Interessen zu schützen.


Werbetafel an der E55


Damen am Straßenstrich


Werbetafel am Straßenrand


Werbetafel am Straßenrand

Gemeinsam mit Prostituierten, einer Kriminalpsychologin und Beratungseinrichtungen wird das Modell eines Sprachkurses erarbeitet, das auf die spezifische Situation von Sexarbeiterinnen am Straßenstrich abgestimmt ist und Verhandlungs- und Selbstschutzphrasen beinhaltet. Der Inhalt des Sprachkurses trägt nicht nur dazu bei, den SexarbeiterInnen den Selbstschutz bei Gewaltübergriffen zu erleichtern, sondern er vermittelt auch Informationen zu Themen wie AIDS- und Gesundheitsvorsorge, Zugang zu Beratungseinrichtungen und rechtliche Rahmenbedingungen.

Das Modell des Sprachkurses basiert auf einer Print- und einer Audio-Version die Beratungs- und Sozialeinrichtungen in Oberösterreich kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Mit einer "Creative Commons License" wird das Sprachkursmodell Copy-Left gestellt und kann von Dritten für nichtkommerzielle Zwecke verwendet und adaptiert werden. Eine Online-Version steht über die Homepage von Social Impact kostenlos zur Verfügung.

Der Sprachkurs (Broschüre und CD) und wird kostenlos an ca. 200 SexarbeiterInnen - mit Schwerpunkt minderjährige SexarbeiterInnen - verteilt werden. Den Abschluss des Projektes bilden Projektpräsentationen und -dokumentation in verschiedenen Grenzorten entlang der deutschen und österreichischen Grenze.

Mitwirkende:
Nikolaus Duerk
Margit Greinoecker
Katja Haller
Sonja Kimeswenger
Ulf Kossak
Vladimira Kvetounova
Roland Lehner
Oliver Majovksy
Claudia Pass
Harald Schmutzhard
Jana Valdrova
Paula Wessely
Andre Zogholy

KooperationspartnerInnen:
Pedagogicka fakulta Jihoceska univerzita v Ceskych Budejovicich
Institut fuer Entwicklungssoziologie der Joh.-Kepler Universitaet Linz
KARO – grenzueberschreitende Sozialarbeit in Prostitutions- und Drogenszenen, Plauen

FoerdergeberInnen und UnterstuetzerInnen:
Bundeskanzleramt – Sektion Kunst, Oesterreich
Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds
Land Oberoesterreich – Sozialreferat und Frauenreferat
Stadt Dresden – Kulturamt
Stadt Linz – Kulturamt u. Amt fuer soziale Angelegenheiten
Kunsthaus Raskolnikow, Dresden
Marita P. – Beratungsstelle fuer Sexarbeiterinnen, Cheb
AIDShilfe Oberoesterreich, Linz
LENA – Internationale Beratungsstelle fuer Frauen die in der Prostitution arbeiten, Linz
MAIZ – Autonomes Integrationszentrum von und fuer Migrantinnen, Linz
Frauenhaus Linz


         

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