Kommen und Gehen - Zusätzliche Ortstafeln mit anderen Schriftsystemen 18.12.2008 31.12.2009
Ortstafel von Linz in tibetischer Schrift

Im Kulturhauptstadtjahr 2009 wird Linz durch die Aufstellung außergewöhnlicher Zeichen die Blicke auf sich ziehen. An allen stark frequentierten Ortseinfahrten – die Linz mit den angrenzenden Gemeinden verbinden – ergänzt Social Impact die bestehenden Ortstafeln jeweils mit einer neuen zusätzlichen Ortstafel, die das Wort „Linz“ in einer anderen Sprache und einer anderen Schrift zeigt.

Die verwendeten Schriften machen die Vielfalt und Pluralität der in Linz wohnhaften Menschen sichtbar. Z.B: Chinesisch, Singhalesisch, Griechisch, Armenisch, Laotisch, etc……. Durch die Ähnlichkeit mit den originalen Ortstafeln wird ein deutliches Zeichen von Weltoffenheit und Internationalität an alle BesucherInnen von Linz gesendet. Zugleich sind sie ein Zeichen der Wertschätzung für die Linzer Stadtgesellschaft . Eine Weltoffenheit, die in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens wünschenswert ist und nötig wäre. Das Projekt soll keinesfalls über die rechtlichen Diskriminierungen von MigrantInnen hinwegtäuschen, sondern Anstoß zu einer anregenden Diskussion geben.

Alle auf den Tafeln verwendeten Schriften sind in Linz durch eine oder mehrere Sprachen vertreten. An der Vielfalt der – sonst nicht geläufigen und im öffentlichen Raum unsichtbaren – Schriften, die das Wort „Linz“ in geschriebener Sprache darstellen, wird die kulturelle Pluralität der Stadt sichtbar.

Ausgangspunkt für die Auswahl der Schriften bildet das Melderegister der in Linz ansässigen Nationalitäten. Die endgültige Auswahl der Schriften orientiert sich jedoch nicht an nationalen Grenzen, sondern an weitaus vielschichtigeren Kriterien, losgelöst von prozentuellen Berechnungen gesellschaftlicher Minderheiten.

Charakteristisch für das Projekt KOMMEN UND GEHEN ist das „Infragestellen“ von gedachten und gezogenen Grenzen. Grenzen sind historisch gewachsene Konstrukte, die immer wieder durch unterschiedliche Einflüsse - wie beispielsweise Kriege und Kämpfe um Vormachtstellungen - starken Veränderungen ausgesetzt waren. Die Auflösung von realen Grenzen (wie beispielsweise durch das Erstarken der EU oder anderer überstaatlicher Organisationsformen) oder der Grenzen in unseren Köpfen kann einen wesentlichen Beitrag zur kulturellen Pluralität bilden.

In letzter Zeit kam es verstärkt zu Versuchen der kulturellen Abgrenzung von Staaten/Regionen und/oder der Mehrheitsbevölkerung innerhalb Europas, die stark mit nationalen Zuschreibungen und Vorurteilen verbunden sind. Durch Abgrenzung oder das Aufkeimen von Nationalismen werden (nationale) künstliche Identitäten kreiert, die einfache Erklärungsmuster liefern, entgegen jeglicher Realität. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat das Projekt hohe gesellschaftliche Brisanz. Durch die Aufstellung der zusätzlichen Ortstafeln sind die PassantInnen aufgefordert, über „Althergebrachtes“ nachzudenken, Grenzen und Barrieren zu überdenken und Neues zuzulassen

Projektleitung:
Mag.art. Daniela Deutsch

 Logo von Linz 09

Termine dieses Projektes:


Termine

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bis

Kommen und Gehen - Eröffnung
18.12.2008 15:30 18.12.2008 17:00


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