Ausblenden - überwachungsfreie Stadtführungen
10.05.2009 16.05.2009
Foto von der Ausblenden-Tour

Social Impact bietet Führungen der besonderen Art durch die Linzer Innenstadt an. Im Unterschied zu gängigen Stadtführungen sind diese überwachungsfrei, das heißt, die TeilnehmerInnen werden nicht von Überwachungskameras, die im öffentlichen Raum installiert sind, erfasst.

Überwachungskameras – öffentliche wie private – gehören schon fast zum gewohnten Straßenbild. Welche Problematik damit rechtlich wie sozial einhergeht, scheint kaum zu interessieren. Anlass genug, um mit Irritation und Humor auf dieses komplexe Thema aufmerksam zu machen.

Am Beginn der Führungen wird entsprechende Tarnkleidung ausgegeben, die TeilnehmerInnen werden in das Thema der Kameraüberwachung eingeführt und erlernen einfache Bewegungsmuster, um optimal auf unterschiedliche Bedingungen im Feld vorbereitet zu sein. Robben, Tarnen, Täuschen, Vermummen steht am Übungsprogramm. Danach machen sich die Neulinge, begleitet von zwei professionellen FührerInnen, auf den Weg durch die Innenstadt zu den klassischen Linzer Sehenswürdigkeiten. Die Gruppe bewegt sich in ungewöhnlicher Kleidung und mit irritierenden Bewegungen und zieht Aufmerksamkeit und Verwunderung auf sich.

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Die Neugierde der PassantInnen wird dazu genutzt, Infomaterial zur aktuellen Entwicklung in den Bereichen Datenschutz, Überwachung und Kontrolle des öffentlichen Raums zu verteilen.

Seit 9/11 ist laut österreichischem Innenministerium in großen Teilen der Bevölkerung ein steigendes Bedürfnis nach Sicherheit wahrnehmbar, und dies rechtfertige die stetige Ausweitung der Videoüberwachung. Am 1. Januar 2005 trat eine Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes in Kraft, welche der Exekutive, ohne aktuellen Anlass, eine einfachere und breitere Verwendung der Videoüberwachung im öffentlichen Raum gewährt. Überwachung ist ein umstrittenes und problematisches Thema. Einerseits werden die neuen Formen der elektronischen Kontrolle als Errungenschaft der Demokratie gepriesen, andererseits als Einschränkung der Meinungsfreiheit angesehen. Hauptrisiko dabei ist, dass Daten zweckentfremdet oder gezielt missbraucht werden können.

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Ausblenden ist ein Projekt von Social Impact für
Linz 2009 - Kulturhauptstadt Europas.

Projektleitung:
Ulrike Hager

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