Dead House Walking 01.12.2000 31.10.2001
Wohnzimmerfoto aus dem Hochhaus Harter Plateau  

Am Stadtrand von Linz findet eine einzigartige Umsiedlungsaktion statt. 1500 Menschen werden aus vor dem Abriss stehenden Wohnblöcken gemeinsam in Neubauten umgesiedelt. Social Impact fertigt nicht nur Erinnerungsfotos für die BewohnerInnen an, sondern leistet auch Kommunikationsarbeit, damit die BewohnerInnen ihre Interessen gegenüber dem Hausbesitzer besser artikulieren und durchsetzen können.

Am Rande der Stadt Linz steht ein Wahrzeichen der besonderen Art. Zwei 20-stöckige Wohntürme, Anfang der 70er Jahre errichtet, die das zukünftige Zentrum einer großzügig konzipierten Satellitenstadt bilden sollten. Die Vision wurde nie umgesetzt, aus einer für damalige Verhältnisse zukunftsweisenden Stadterweiterung für 50.000 Einwohner wurde ein dichtbesiedeltes Wohngebiet mit maximal 5-stöckiger Verbauung. Aus diesem Umfeld ragen die beiden Hochhäuser wie Monolithen hervor. Dunkle lange Gänge prägen die Häuser.

Daß sie abgewohnt und renovierungsbedürftig sind, signalisiert ihre schmutzig-weiß-blaue Fassade. Einst als Prototypen für eine neue Generation von Plattenbau-Hochhäuser errichtet, die für den Export in die ehemaligen Ostblockländer bestimmt waren, entsprechen sie nicht mehr den Vorgaben des modernen Wohnungsbaues. Da eine Generalsanierung zu hohe Kosten verursacht, werden für die rund 1.500 Bewohner eigens Ersatzwohnungen errichtet. Diese neue Siedlung soll unter dem Schlagwort "Wohnen im Park" den Ansprüchen des sozialen Wohnungsbaues mehr als genügen. Nach der kollektiven Übersiedlung der Bewohner, die bis Ende 2002 abgeschlossen sein soll, werden die alten Hochhäuser Stockwerk für Stockwerk abgetragen.

Social Impact führt verschiedenen Interventionen durch, um sozialen Konflikte vor der Übersiedlung zu entschärfen und damit den Neubeginn zu unterstützen. Weitere Interventionen zielen darauf, den Ablöseprozess zu erleichtern. Grundlage aller Interventionen ist eine umfassenden soziologische Studie zu den Netzwerken und Konflikten innerhalb der beiden Wohnblöcke.

Einkaufstasche mit Aufdruck wir sind 2 Doerfer
Die Aktion "Wir sind 2 Dörfer" stärkt mit Aufklebern, Einkaufstaschen und T-Shirts das Zusammengehörig-keitsgefühl

Wohnzimmerfoto aus dem Hochhaus Harter Plateau
Erinnerungsfotos für die BewohnerInnen erleichtern den Abschied von der Wohnung

Wohnzimmerfoto aus dem Hochhaus Harter Plateau
Die Ausstellung anonymisierter Wohnzimmerfotos im Pfarrzentrum schwächt Vorurteile gegenüber den BewohnerInnen der beiden Wohnblöcke ab

Fotoausruestung fuer die Erinnerungsfotos
Die Wohnzimmerfotos wurden mit Studioblitz und Mittelformatkamera angefertigt.

Die Weiterführung des Projektes sah unter anderem die Installierung eines BewohnerInnen-Fernsehens vor. Damit sollten Einkaufsgemeinschaften, Tauschbörsen und die Interessensvertretung der BewohnerInnen ermöglicht werden. Die Vorarbeiten waren sehr weit gediehen, und die Finanzierung weitgehend geklärt, die Einspeisung der Videodaten ins lokale Fensehen verhandelt und auch die Einrichtung des Fernsehstudios im anliegendem Pfarrheim mit der Pfarre abgesprochen. Auf Grund von politischem Druck wurde aber dann die Einspeisung ins lokale Fernsehnetz blockiert und damit die Weiterarbeit blockiert.


Weitere Informationen zum Projekt: Dead House Walking


Fortsetzung des Projektes in verkleinertem Rahmen: Hart aber Herzlich

FördergeberInnen:

    




 Verein für Kunst und Aktionsforschung

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